Johanna-Etienne-Kranken­haus Neuss

Neubau und Umbau


Das Johanna-Etienne-Kranken­haus ist ein Kranken­haus der Maximalversorgung mit 415 Planbetten für Innere Medizin, Chirurgie, Neurologie, Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Darüber hinaus verfügt das Kranken­haus über eine Radiologie und eine interventionelle Radiologie sowie Anästhesiologie und Intensivmedizin. a|sh architekten planen derzeit einen Erweiterungsneubau mit Funktions- und Pflegebereichen für insgesamt 192 Patienten.
Technische Daten

Standort: Neuss
Projektzeitraum: 2015 - 2019
Bauherr: Johanna-Etienne-Kranken­haus gGmbH

Die Johanna-Etienne-Kranken­haus gGmbH wird mit einem Neubau erweitert, der den Bestand auf den notwendigen medizinischen Standard in den Funktions- und Pflegebereichen anpasst. Nachdem der Neubau fertiggestellt ist, sollen durch Umstrukturierungen im Bestand die Bettenzahlen reduziert werden. Dies soll beispielsweise durch die Anpassung der Patientenzimmer-Belegung oder Umnutzung von Patientenzimmern geschehen. Zusammen mit den Erweiterungsflächen des Neubaus bleibt die Gesamtkapazitäten der Klinik gleich.

Das neue Gebäude liegt im rückwärtigen Bereich westlich der gewachsenen Klinik. Der Neubau von a|sh architekten wird als fünfgeschossiger Baukörper mit einem Untergeschoss und vier oberirdischen Geschossen in westlicher Anbindung an das bestehende Bettenhaus errichtet. Der kompakte Baukörper liegt zwischen der Kapelle im Norden, dem Schwesternwohnheim im Westen und der Parkanlage im Süden. Er beinhaltet verschiedene Funktions- und Pflegebereiche. Der Hauptzugang verbleibt im Kern des Hauptgebäudes. An diesen schließt der Neubaus in allen Geschossen an. Zwei Innenhöfe belichten und belüften den Neubau. Die durch den Neubau entstehende innere Ringstruktur ergänzt den Bestand sinnvoll und bietet große Vorteile in der funktionalen Verzahnung der medizinischen und pflegerischen Abläufe. Dadurch können auch Zimmer stationsübergreifend nach Bedarf genutzt werden. Ein sogenanntes Floaten wird ermöglicht.

Die Patientenzimmer sind zum Wald und Park, sowie zum großzügigen Innenhof orientiert. Dies verspricht eine positive, die Heilung unterstützende Atmosphäre. Insgesamt entstehen 192 neue Betten in Ein- und Zweibettzimmern mit unterschiedlichen Ausbau- und Ausstattungsdetails. Um die beiden Innenhöfe sind Arztdienst-, Untersuchungs- und Administrationsbereiche, sowie die Nebenräume für Ver- und Entsorgung und Pflege angeordnet. Neben dem Pflegebereich entsteht eine Intensivstation, eine IntermediateCare-Station, ein moderner Linksherzkathetermessplatz sowie eine Interventionelle Einheit.

Die Fassade wird mit hochwertigen Materialien als vorgehängte hinterlüftete Fassade mit skulpturalen Elementen realisiert. Ein gleichmäßiges und glattes Strukturbild durch einen Glattputz entsteht, der gleichzeitig wartungsfreundlich ist. Für die Patienten der Komfortzimmer werden Loggien montiert. Diese aus weißem Sichtbeton bestehenden Fertigteile bieten eine Sitzgelegenheit für die Patienten und deren Besucher und stellen gleichzeitig ein Ordnungsprinzip der Fassade her. Durch Abschrägungen entsteht ein abwechslungsreiches Form- und Schattenspiel und unterschiedliche Blickwinkel und Aussichten. Dem Baukörper wird so eine skulpturale Eleganz verliehen.