Statistisches Bundesamt Wiesbaden

Grundinstandsetzung


Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden, als typisches 1950er-Jahre Hochhaus unter Denkmalschutz stehend, prägt die Wiesbadener Stadtsilhouette. Mangelhafter Brandschutz, schadstoffhaltige Bauteile, statische Probleme und eine kritische Energiebilanz zwangen zu einer kompletten Grundinstandsetzung des Gebäudes.
Technische Daten

Standort: Wiesbaden
Projektzeitraum: 2004 - 2014
Bauherr: Bundesrepublik Deutschland, vertr. durch hbm Wiesbaden, Regionalniederlassung West

Die Eingangshalle und die beiden Haupterschließungen mit schönen Treppenhäusern sowie zwei funktionstüchtigen Paternosteraufzügen bleiben unverändert. Das charakteristische Flugdach wird in seiner Wirkung wieder hergestellt.

Die Grundinstandsetzung schaffte 2000 zukunftsorientierte Büroarbeitsplätze modernster Prägung in einem denkmalgeschützten Gebäude. Ein wichtiges Anliegen war die Verbesserung der Qualität der Flure. Die vorhandenen schmalen, schlecht belichteten und akustisch unbefriedigenden Gänge werden zu Zonen für Kommunikation und Besprechung mit hohen Aufenthaltsqualitäten. Die gemauerten Flurwände werden durch raumhohe Verglasungen ersetzt, die tragenden Stützen freigestellt. Dadurch fällt Tageslicht durch die Büros in die Flure und Kommunikationszonen.

Die Statik des vorhandenen Stahlbaus wurde so verstärkt, dass heutige Normen in Bezug auf Erdbebensicherheit und Windlasten erfüllt werden. Die neue Fassade wurde in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde entwickelt. Sie besteht aus modernen, zeitgemäßen Baustoffen wie Aluminium und Glas. Die Proportionen, Profilierungen und Farben aus den 50er Jahren wurden aufgenommen, jedoch zeitgemäß neu interpretiert. Die Brüstungen bestanden ursprünglich aus türkisblauen Mosaikfliesen, die vielfach zerstört waren. Die  Fassade interpretiert die changierende Wirkung des Mosaiks in Form von geprägten verschieden farbigen Brüstungsgläsern neu.

Nach Abschluss der Sanierung im Jahr 2010 konnte die Bundesbehörde in ein zeitgemäßes Bürogebäude einziehen. Modernste Daten-, Kommunikations- und Beleuchtungstechnik und eines der größten Rechenzentren der Republik machen diese Bauaufgabe zu einer großen Herausforderung. In funktionaler, ästhetischer und energetischer Hinsicht steht das sanierte Gebäude modernen Büroimmobilien in nichts nach.