Neubau Haus F

Katharinenhospital Stuttgart – Zentraler Neubau

Mit dem Zentralen Neubau erhält das Katharinenhospital Stuttgart eine neue Mitte: sechs medizinische Zentren unter einem Dach, kurze Wege und ein klar adressierter Haupteingang – vertikal organisiert im engen innerstädtischen Baufeld und bei laufendem Klinikbetrieb.

Projektdaten

Standort: Stuttgart
Bauherr: Klinikum Stuttgart
Vergabe: VgV-Verfahren – a|sh als Nachunternehmer für BAM Deutschland AG

Status: realisiert
Projektzeitraum: 2014 - 2022


Sechs Zentren, ein Gebäude

Mit dem Zentralen Neubau wurde das Katharinenhospital Stuttgart am Standort Mitte baulich und funktional neu geordnet. Sechs medizinische Zentren sind in Neu- und Umbauten zusammengeführt – darunter Innere Medizin, Operative Medizin, Anästhesie und Intensivmedizin, Neurozentrum, Radiologie sowie die Kliniken für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Augenheilkunde. Der neue Gebäudekomplex bildet den zentralen Versorgungsbereich des Klinikums. Er verbindet die bestehenden Bettenhäuser mit dem Katharinenhof und schafft eine kompakte medizinische Infrastruktur mit kurzen Wegen und klaren Abläufen.

Haus F: vertikal organisiert, präzise eingepasst

Kern der Gesamtmaßnahme ist der Neubau von Haus F mit rund 17.000 m² Nutzfläche auf neun Ebenen. Das Gebäude stapelt ein komplexes Programm: Aufnahme, Ambulanzen, fünf Patientenstationen, Intensivmedizin sowie diagnostische, interventionelle und fachmedizinische Bereiche – darunter Radiologie, Neuroradiologie und Fachbereiche der Herz-, Gefäß- und Inneren Medizin. Über eine mehrgeschossige Verbindungshalle schließt Haus F direkt an die angrenzenden Bestandsbauten an und bildet den neuen Haupteingang des Klinikums.

Die planerische Heraus­forderung lag in der Kombination aus extrem engem Baufeld, laufendem Klinikbetrieb in den Nachbargebäuden und einer komplexen vertikalen Funktionsstapelung mit anspruchsvollen Geschosshöhen. Healing Architecture bedeutete hier, auch unter diesen Bedingungen Orientierung, Ruhe und funktionale Klarheit zu schaffen – und die Anschlüsse an den Bestand schlüssig zu lösen, gerade in der vertikalen Verknüpfung.

Klar gegliedert im Stadtraum

Der Neubau fügt sich mit einer klaren städtebaulichen Setzung in den umgebenden Straßenraum ein. Der Baukörper gliedert sich in einen kräftigen Sockel und darüberliegende dreigeschossige Bettenriegel. Diese horizontale Schichtung macht die innere Nutzung nach außen ablesbar und gibt dem Gebäude eine ruhige, präzise Proportion.

Die Fassade unterstützt diese Gliederung: Ocker- und Beigetöne prägen den Sockel, ein dunkelgraues Zwischengeschoss markiert die Trennung, die aufgesetzten Bettengeschosse erscheinen in einem hellen, leicht abgetönten Weiß. So entsteht ein differenziertes Erscheinungsbild mit sachlicher Präsenz im Stadtraum.

Licht, Raum, Orientierung

Im Inneren prägt Helligkeit das Raumbild. Großzügige Verkehrsflächen und offene Erschließungsbereiche werden über Oberlichter und großformatige Fenster belichtet; weiß gehaltene Wand- und Deckenflächen reflektieren das Tageslicht und erweitern die Räume optisch. Material- und Farbkonzept sind bewusst zurückhaltend angelegt und schaffen eine ruhige Atmosphäre.

Ein durchgängiges Farbkonzept unterstützt die Orientierung über alle Ebenen. In Eingangshalle und Fluren dominieren helle, weiche Töne. Untersuchungs-, Behandlungs-, Warte- und Aufenthaltsräume folgen einem klaren Prinzip: ruhige Basisfarben in Weiß, Beige oder Warmgrau, ergänzt durch räumlich gesetzte, kräftige Akzente – jeweils abgestimmt auf die Geschossfarbe. Die Geschossfarben differenzieren die Ebenen und folgen dabei den Anforderungen der barrierefreien Planung nach DIN 18040. In den Fluren ergänzen grafische Wandgestaltungen die Wegeführung, strukturieren lange Verkehrsflächen und schaffen Identität innerhalb der Stationen.

Ergebnis

Der Zentrale Neubau bündelt Funktionen, die bislang räumlich verteilt waren, und verknüpft Neu- und Bestandsbauten zu einem zusammenhängenden Versorgungsbereich. Für den Klinikalltag heißt das: kurze Wege, klare Orientierung, effizientere Betriebsabläufe – und ein Haupteingang, der das Klinikum Mitte neu adressiert.

Für diese architektonische Qualität ist das Projekt für den Healing Architecture Award des Callwey Verlags nominiert.

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