
Neubau Laborgebäude
Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe Lemgo
Am Campus Lemgo, dem Hauptsitz der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe, entstanden zwei neue Laborgebäude für Forschung, Lehre und studentisches Arbeiten. Die Neubauten ersetzen ein Bestandsgebäude aus den 1970er Jahren und stärken den Innovation Campus Lemgo als zukunftsorientierten Wissenschaftsstandort.
Projektdaten
Standort: Innovation Campus Lemgo
Bauherr: Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW
Vergabe:
Status: realisiert
Projektzeitraum: 2019 - 2025

Räume für Forschung und Lehre
Der Campus Lemgo liegt südlich der Innenstadt und ist eng in das städtische Umfeld eingebunden. Die beiden Laborgebäude wurden gezielt auf dem Gelände positioniert, um bestehende Strukturen zu ergänzen und neue Bezüge innerhalb des Campus zu schaffen. Während eines der Gebäude in der südwestlichen Ecke des Geländes liegt und über einen Verbindungsgang mit dem bestehenden Laborgebäude verbunden wurde, befindet sich das zweite Gebäude in der nordöstlichen Ecke des Campus und bildet einen zentralen Bezugspunkt entlang des Hochschul-Boulevards. Kurze Wege, eine intuitive Erschließung und die Nähe zu weiteren Bildungseinricht-ungen fördern Synergien zwischen Forschung, Lehre und Campusleben.
Haus 14 Fachbereich Maschinenbau und Elektrotechnik
Ist mit zweigeschossigen Laboren für den Einsatz moderner Technologien und großformatiger Geräte konzipiert. Eine rund 360 m² große Laborhalle mit flexiblem Raumkonzept ermöglicht es, Maschinen, Prüfstände und technische Aufbauten je nach Bedarf zu installieren, umzustrukturieren oder an veränderte Anforderungen anzupassen, sowie die Halle selbst mit Gabelstaplern von außen zu befahren. Ergänzt wird das Raumprogramm durch weitere Labor- und Werkstattflächen, Bürobereiche, Seminar-räume und hochspezialisierte Bereiche wie zum Beispiel ein Fahrzeug-Labor mit Rollenprüfstand und Grube sowie ein Maschinenmesstechnik-Labor mit einer zwei Meter tiefen Grube für den Hydropulser.




Haus 16 Fachbereich Lebensmittel- und Life-Science-Technologien
Hier entstanden hochmoderne Arbeitsräume für Forschung und Entwicklung, insbesondere in den Bereichen Fleischverarbeitung und Convenience-Produkte. Das Gebäude umfasst spezialisierte Laborflächen (teilweise gekühlt) für anwendungsorientierte Lehre und Forschung, sowie einen zweigeschossigen Hörsaal und interdisziplinäre Aufenthaltsflächen. Die großzügige Glasfläche bringt tagsüber viel natürliches Licht in den Innenraum und macht das Gebäude nachts durch seine Beleuchtung als markante Adresse auf dem Campus sichtbar. Mit einer Geschosshöhe von 5,5 Metern, einer flexiblen Pfosten-Riegel-Konstruktion und einem Stahlbeton-Skelettbau entstand ein hochfunktionales Gebäude, das die Anforderungen moderner Wissenschaft erfüllt und gleichzeitig Raum für zukünftige Entwicklungen bietet.




Beide Gebäude sind auf die besonderen Anforderungen technischer Hochschulnutzung ausgelegt. Großzügige Flure ermöglichen den Transport von Maschinen und Geräten, ergänzend können Labore im Erdgeschoss direkt über Rolltore beliefert werden. Im Haus 14 gibt es eine außenliegende Hubbühne für Gerätetransporte in das 2. OG, zusätzlich zum Lastenaufzug. Die Erschließungs- und Anlieferungskonzepte unterstützen damit einen reibungslosen Betrieb und schaffen robuste Strukturen für Forschung, Lehre und wechselnde Nutzungsanforderungen.
Das architektonische Konzept setzt auf Licht, Offenheit und Flexibilität. Helle Räume, klare Sichtbeziehungen und eine funktionale Grundstruktur schaffen eine Arbeitsumgebung, die Orientierung gibt und Austausch ermöglicht. In Verbindung mit robusten Materialien, großzügigen Raumhöhen und flexiblen Laborflächen entstehen Hochschulbauten, die auf langfristige Nutzbarkeit und zukünftige Anpassungen ausgelegt sind.



Auch die technische Gebäudeausrüstung wurde auf die hochkomplexen Anforderungen der Laborgebäude abgestimmt und möglichst energieeffizient umgesetzt. Dazu zählen unter anderem recycelte Foamglas-Dämmung unterhalb der Bodenplatte, feststehende Sonnenschutz-Lamellen für den sommerlichen Wärmeschutz sowie eine partielle Beheizung über das hochschuleigene Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung.
Mit den beiden Neubauten erhält die TH OWL moderne, barrierefreie und funktional präzise geplante Räume für angewandte Wissenschaft. Sie stärken den Campus als Ort für Forschung, Entwicklung und innovative Lehre – und zeigen, wie Bildungsbau technische Anforderungen, Aufenthaltsqualität und langfristige Nutzbarkeit miteinander verbinden kann.
